Begriffe dieser Bibliothek

Glossar

Arbeitsdefinitionen für die Analyse von Produktinhalten. Sie sorgen dafür, dass Arbeitsschritte und Fehler in den Artikeln einheitlich benannt werden.

Aussage

Eine Angabe, die ein Text über ein Produkt, seine Anwendung oder das Nutzungsergebnis macht. Für die Prüfung lässt sich ein komplexer Satz in Aussagen zerlegen, die einzeln mit Belegen abgeglichen werden können. „Das Set enthält 6 Tuben mit je 20 ml; die Farbe eignet sich für Stoff“ enthält beispielsweise unabhängig prüfbare Angaben zu Lieferumfang und Verwendung.

Geltungsbereich einer Aussage

Die Produkte, Varianten, Situationen und Bedingungen, für die eine Angabe gilt. „30 Minuten“ können sich auf eine dünne Schicht bei +20 °C beziehen. Werden diese Präzisierungen entfernt, umfasst die Aussage Fälle, die durch die Ausgangsdaten nicht belegt sind.

Beleggrundlage einer Aussage

Eine Quelle oder nachvollziehbare Ableitung, die eine Formulierung begründet. Eine Eigenschaft kann unmittelbar in der Anleitung stehen, das Gesamtvolumen dagegen aus Tubenanzahl und Inhalt je Tube berechnet werden. Der Beleg muss zum geprüften Produkt gehören und wesentliche Bedingungen erhalten. Ein Link allein bestätigt den Inhalt einer Aussage noch nicht.

Keine Daten vorhanden

Ein Zustand, in dem die verfügbaren Angaben für eine eindeutige Antwort nicht ausreichen. Ist die Eignung für Stoff nicht beschrieben, folgt daraus weder eine Erlaubnis noch ein Verbot. Die Lücke wird separat festgehalten und kann Anlass für eine Rückfrage beim Datenverantwortlichen sein.

Kritischer Fehler

Ein Fehler, der nach den festgelegten Anforderungen eine Veröffentlichung verhindert. Dazu können die Beschreibung einer anderen Produktvariante, unbelegte Kompatibilität oder der Verlust einer für die Eignung wesentlichen Bedingung gehören. Der Katalog hängt von Kategorie und Aufgabe ab. Ein solcher Fehler wird getrennt von stilistischen Verbesserungen bewertet.

Teilantwort

Eine sachlich richtige Antwort auf nur einen Teil der Frage. „Verdünnen mit Wasser ist erlaubt“ klärt die Wahl des Verdünnungsmittels, lässt aber die Dosierung offen. Der Status hängt von der Fragestellung ab: Dieselbe Formulierung kann einen engen Bedarf vollständig und einen breiteren nur teilweise abdecken.

Überprüfbare Hypothese

Eine Annahme, für die ein Prüfverfahren und möglicherweise widersprechende Daten festgelegt sind. „Die Überarbeitung erhält alle wesentlichen Bedingungen“ wird durch Quellenvergleich geprüft. „Die neue Fassung verringert Fehlkäufe“ erfordert Verhaltensbeobachtung und einen geeigneten Vergleich. Diese Hypothesen brauchen unterschiedliche Prüfungen.

Datenherkunft

Angaben dazu, woher ein Eintrag stammt, welche Arbeitsschritte daran vorgenommen wurden und wer ihn erstellt oder verändert hat. Im Produktdossier kann dies eine Kette vom Anleitungsabschnitt über einen extrahierten Wert und eine Berechnung bis zur Formulierung in der Beschreibung sein. Diese Historie hilft, Belege zu prüfen und abhängige Einträge zu finden; die Richtigkeit des Ausgangsdokuments ist gesondert zu bewerten.

Datennormalisierung

Die Überführung von Bezeichnungen in eine einheitliche Form unter Erhalt ihrer Bedeutung. Beispielsweise lassen sich 0,02 l und 20 ml in derselben Einheit darstellen. Gegenstandsbezug, Bedingungen und Ausgangseintrag müssen erhalten bleiben. Die Berechnung des Gesamtvolumens mehrerer Tuben ist ein eigener Arbeitsschritt und von der Einheitenumrechnung zu unterscheiden.

Widersprüchliche Daten

Unvereinbare Angaben über dieselbe Eigenschaft bei übereinstimmendem Gegenstand, gleichen Bedingungen und gleichem Geltungsbereich. Zunächst ist zu klären, ob die Einträge verschiedene Produktvarianten, Zeiträume oder Betriebsarten betreffen. Fehlt eine Erklärung, bleiben beide Einträge und eine offene Frage erhalten. Fehlende Angaben in einem Dokument widersprechen einem anderen nicht automatisch.

Suchanfrage

Eine beobachtete Formulierung, mit der eine Suche gestartet wird. Sie enthält die Wörter, über die jemand ein Ergebnis sucht, legt Situation und Ziel aber möglicherweise nicht vollständig offen. Die ursprüngliche Suchzeile sollte getrennt von ihrer Interpretation erhalten bleiben.

Nutzerbedarf

In der Arbeitsunterscheidung dieser Bibliothek das Ergebnis, das ein Mensch in einer bestimmten Situation benötigt, etwa den Transport von Gegenständen unter den Bedingungen einer Reise. Ein Bedarf wird anhand verfügbarer Daten vermutet und durch Forschung präzisiert; eine gefundene Suchanfrage belegt noch kein individuelles Motiv.

Suchintention

Das vermutete unmittelbare Ziel einer Suche: Optionen finden, vergleichen, einen Parameter prüfen oder eine Anleitung erhalten. Einem übergeordneten Bedarf können verschiedene Suchintentionen entsprechen. Die Arbeitsklassifikation schließt nicht aus, dass mehrere Ziele zusammenkommen oder sich im Suchverlauf ändern.

Suchanfragevolumen

Die Anzahl der Suchvorgänge, die ein gewähltes Werkzeug unter festgelegten Auswahlbedingungen erfasst. Der Wert ist zusammen mit Quelle, Zeitraum, Region, Berichtsmodus und Anfragebeschränkungen zu interpretieren. Er ist keine Zahl eindeutiger Käufer. Volumina überlappender Auswahlen dürfen nicht wie unabhängige Suchvorgänge addiert werden.

Token

Ein nach den Regeln des gewählten Werkzeugs abgegrenztes Textelement: Wort, Zahl, Zeichen oder anderes Segment. Tokengrenzen machen Textstellen adressierbar, legen aber nicht die fachliche Bedeutung der gesamten Formulierung fest.

Lemma

Die Wörterbuchform, der eine Wortform bei der Lemmatisierung zugeordnet wird. Gleiche Lemmata helfen, Vergleichskandidaten zu finden, belegen aber keine Aussagegleichheit. Präpositionen, Verneinungen, Wortrollen und Bedingungen behalten ihre eigene Bedeutung.

Bedarfsgruppe

Eine Arbeitsgruppierung von Formulierungen für die gewählte Analyseaufgabe. Zur Vollständigkeitsprüfung trennt diese Bibliothek einzelne Fragen und erhält Bedingungen, die die Antwort verändern. Ein gemeinsames Thema und benachbarte Wörter begründen allein keine einheitliche Frage. Der Aggregationsgrad wird vorab festgelegt.

Vektorrepräsentation von Text

Eine numerische Darstellung, die ein gewähltes Modell für eine bestimmte Aufgabe erzeugt. Sie lässt sich mit einem geeigneten Maß mit anderen Darstellungen vergleichen. Der Wert hängt von Modell und Textaufbereitung ab; Nähe bedeutet weder faktische Richtigkeit noch eine garantierte gemeinsame Antwort.

Logische Folgerung bei der Textprüfung

Eine Beziehung, bei der eine Prämisse eine Aussage unter konsistenter Auslegung von Gegenständen und Aufgabenbedingungen stützt. Die Prüfung dieser Beziehung belegt nicht unabhängig die Richtigkeit der Prämisse. Eine neutrale Beziehung bedeutet unzureichende Belege, nicht zwangsläufig eine falsche Aussage.

Nutzen einer Eigenschaft

Die Bedeutung einer belegten Produktmöglichkeit für eine konkrete Aufgabe. Herausnehmbare Trennwände erlauben eine andere Facheinteilung; ihr Nutzen hängt von Gegenständen und Aufbewahrungsweise ab. Nutzen bedeutet weder vergleichende Überlegenheit noch ein garantiertes Erlebnis oder einen gemessenen Kaufeffekt.

Markenstimme und Tonalität

In der Redaktionsarbeit bezeichnet die Markenstimme die beständige Kommunikationsweise einer Marke. Die Tonalität richtet sich nach der Situation: Produktvorstellung, Anleitung oder Hinweis auf eine Einschränkung. Anforderungen lassen sich anhand von Beispielen und beobachtbaren Entscheidungen festhalten; Namen und Eigenschaften müssen präzise bleiben.

Precision und Recall bei der Fehlersuche

Bedeutet die positive Klasse einen Fehler in der Aussage, ist Precision der Anteil begründeter Meldungen an allen Meldungen; Recall ist der Anteil gefundener Fehler an allen Referenzfehlern. Die Nenner unterscheiden sich. Ohne Klasse, Prüfeinheit, Rubrik und Ausgangszahlen sind die Werte mehrdeutig; bei einem Nenner von null ist die jeweilige Kennzahl nicht definiert.

Regression bei der Überarbeitung

Der Verlust einer zuvor erfüllten Anforderung nach einer Textänderung. Beispielsweise wird ein Pflegehinweis korrigiert, dabei aber eine Trocknungsbedingung im Nachbarsatz entfernt. Die erneute Prüfung muss sowohl die Behebung des Ausgangsfehlers als auch den Erhalt anderer notwendiger Angaben feststellen.

Datenabhängigkeiten einer Veröffentlichung

Eine gespeicherte Beziehung, die zeigt, welche Fakten und Transformationen ein Seitenabschnitt, Attribut, Bildtext oder eine Übersetzung nutzt. Sie hilft, bei Quellenänderungen den Umfang der Nachprüfung zu finden. Vollständigkeit und Richtigkeit der Beziehungen selbst sind zu kontrollieren; gleicher Text in mehreren Kanälen belegt nicht die Richtigkeit der gemeinsamen Grundlage.

Kosinusähnlichkeit

Ein Maß für den Winkel zwischen zwei von null verschiedenen Vektoren: das Skalarprodukt geteilt durch das Produkt ihrer Längen. Es ist symmetrisch und drückt allein weder eine Folgerungsrichtung noch die Richtigkeit einer Aussage oder die Wahrscheinlichkeit einer gleichen Frage aus. Die Interpretation hängt von Repräsentationen und Vergleichsaufgabe ab.

Sichtbarkeit in der Suche

Das beobachtete Erscheinen einer Seite, eines Produkts oder Links in einem bestimmten Kanal und Kontext. Das Signal wird mit System, Suchanfrage oder Berichtsbedingungen, Zeitraum und Zählweise beschrieben. Teilnahmeberechtigung, Indexierung, Anzeige, Zitation und Bestellung sind unterschiedliche Ergebnisse; ein einzelner beobachteter Fall beschreibt nicht alle Fragen und Nutzer.

Abdeckung des Fragenplans

Der Anteil abgedeckter Inhalte nach einer vorab festgelegten Rubrik für einen festen Fragensatz. Bei Gewichtung müssen Zähler und Nenner die Gewichte gleich behandeln. Die Kennzahl gilt für ihre Planversion und misst nicht automatisch Zufriedenheit, Suchimpressionen oder Käufe. Ob ausreichend belastbare Ausgangsdaten vorliegen, wird gesondert bewertet.

Modellbasierter Bewerter

Ein Modell in festgelegter Konfiguration, das anhand einer Rubrik und verfügbarer Belege prüfen soll. Urteil und Erklärung müssen selbst an unabhängig annotierten Fällen erprobt werden. Die Qualität von Quellensuche, Aussageprüfung und Freigabeentscheidung ist zu unterscheiden.